Das verückte daran war , es war mich nicht wirklich bewußt, das mir das als Last auf den Schultern und auf dem Magen lag.

Ich glaubte mich missverstanden..... oder eher gesagt, überflüssig.

Irgendwie hatte ich das Gefühl ,das es niemanden interessierte was ich mache, was mich bewegt, wie es in mir aussieht.Ich fühlte mich hin und her geschubst wie eine leere Cola Dose auf der Strasse.

 

Und irgend wie schien in mir nur noch ein Gedanke zu reifen...... so schnell wie möglich 21 Jahre und somit Volljährig werden und denn mein eigenes Leben leben. (Zu dieser zeit wurde man erst mit 21 J.Volljährig) Weit weg von der Eiseskälte dieser Familie.

Meine Mutter kam mit ihrem eigenen Leben nicht zurecht und hat ihren Hass auf sich selbt und ihr eigenes Versagen auf mich projeziert und weil sie zu feige und faul ist hat sie sich meine Jünge Schwester als Handlanger heran gezüchtet.

Der Hass dieser beiden Frauen richtete sich gegen meinen Vater und mich. Mein Vater hat es geschaft sich emotional zu lösen , er reagierte auf die Gemeinheiten der beiden mit einem Anwalt. Aber nur, so lange es seine Belange betraf.

Das ich unter den Seelischen grausamkeiten litt nahm er nicht zu Kenntnis.

Es sah nur, das ich zur Schule ging, das ich den Haushalt machte und abends artig in meinem Zimmer an den Hausaufgaben saß und büffelte.Ich funktionierte so wie er es wollte. 

Ich war 17, ging 6 Tage die Woche zur Schule, war länger aus dem Haus als er ,machte den Haushalt trotzdem alleine und bekam kein Taschengeld, keine Anerkennung.Es war alles selbstverständlich .

Bitten auf Taschengeld wurden mit..... das muss ich mir noch mal überlegen ...abgewehrt.

Einmal die Woche bekam ich eine halbe Tafel Schokolade, wenn er dran dachte.

Geld für persönliche Bedürfnisse gab es nicht..... Binden oder Tampons..... ??? wozu, da kann man doch auch Klopapier nehmen, im Krieg gab es sowas doch auch nicht.

Neue Unterwäsche ? Wieso ? Die alte kann man doch noch tragen, untem Rock kann man doch nicht sehen das sie total kaputt ist ?

Perlonstrümpfe ?  (Strompfhosen gab es noch nicht) Perlonstrümpfe ? Wozu ? bist du ein Flittchen ? 

Deine Kniestrümpfe tun es noch, oben kommen ein Einweckgummi rüber und denn umkrempeln und unten ziehst du sie weiter zu den Zehen hin, den sieht man nicht das unten alles kaput ist.

Ich trug mit 17 immer noch die selben Sachen die ich mit 12 im Heim bekommen haben.

Ich besaß nicht mal einen Wintermantel. Nur eine kurzärmelige Dirndl Strickacke in rot, die ich allerdings liebte.

Mein Vater sah nicht ,was los war. Wollte er es nicht sehen oder konnte er es nicht sehen ?

Ich spürte das langsam was passieren muss. In mir brodelte etwas und das machte mir Sorgen. Ich hatte Angst weil ich nicht wußte was los war.

Ich ging nun seit einiger Zeit zur Kinderpflegerinnen Schule und ich sah die vielen anderen Mädels dort.

Ganz unterschiedliche Mädels waren wir. Aber keine war so schäbig gekleidet wie ich.

Dabei waren meine Sachen sauber und gepflegt so gut ich es eben pflegen konnte.

Aber es war abgenutzt und zu klein und ich war die einzigste die noch mit Kniestrümpfen lief.

Trotzdem wurde ich nicht gehänselt sondern akzeptiert. Das war die Zeit in der ich ganz extrem den Unterschied merkte und in der Zeit spürte ich, das ich nichts anderes wollte als so zu sein wie all die anderen.

Ich versuchte immer wieder mit meinem Vater zu reden aber er blockte ab. Er meinte... "Wenn deine Mutter endlich mal den Unterhalt zahlen würde, denn hätten wir auch mehr Geld und du könntest dir was kaufen" 

Er verlangte tatsächlich allen Ernstes das ich meine Mutter kontaktiere und sie zum zahlen auffordere.

Dabei wußte er ganz genau, das ich keinen Kontakt zu ihr haben wollte, ich genauso wenig wie er. 

Und wieder fühlte ich mich verraten und ausgeliefert.

Als mein Vater anfang April Geburtstag hatte war ich am überlegen was ich ihm schenken könnte. Da ich kein Geld hatte konnte ich nichts kaufen. Also versuchte ich in der Schule etwas zu basten und nähen , was ich ihm denn schenken konnte.

Leider wurde es nicht rechtzeitig fertig.

Und so kamen die Geburtstagagäste und bei Kaffee und Kuchen fragte meine Tante dann meinen Vater was er denn alles zum Geburtstag bekommen habe.

Als er fertig war mit dem aufzählen fragte sie noch einmal nach was er denn von mir bekommen habe.

Sie schaute mich entsetzt an als er sagte das ich ihm nichts geschenkt habe.Sie fragte mich warum und ich habe es ihr erzählt. Sie schwieg eine Weile und dachte nach. Man konnte sehen wie ihr Hirn arbeitete.

Als wir fertig waren mit Kaffee trinken stand sie auf und bat mich den Tisch mit ihr zusammen abzuräumen.In der Küche fragte sie mich leise aber eindringlich aus und ich berichtete ihr, das ich weder Taschengeld bekomme, noch etwas zum anziehen.Darum forderte sie mich auf, ihr meinem Kleiderschrank zu zeigen.

Und da standen wir nun vor meinem Kleiderschrank, 1. meter Breit und 2m hoch, ich öffnete ihn und drinnen lagen ganz oben eine Wolldecke und 2 mal Bettwäsche.

Auf der Kleiderstange hingen 2 Bügel, auf einem ein Schottenrock und auf dem anderen meine geliebte Strickjacke

Im mittleren Regal befand sich ein Nickipullover mit rot-weißen Bündchen und 2 Shirts sowie 2 komplett zerschlissenen Schlüpfern und 2 paar Kniestrümpfe.Alles andere war leer.

Meine Tante stand fassungslos davor und fragte mich ob meine anderen Sachen in der Wäsche seien.

Als ich ihr sagte das ich nur das besaß was im Schrank sei und das was ich anhabe , merkte ich das sie fast platze.

Sie nahm mich am Handgelenk und sagte das sie mit meinem Vater reden wollte. So ginge es jedenfalls nicht weiter.

Ich berichtete ihr dann was er mir gesagt hat, von wegen, ich soll das Geld von meiner Mutter fordern.

Ich glaube in dem Moment blieb ihr ernsthaft die Spucke weg.

Sie schwieg und ich spürte das sie mich verstand. Sie versprach mir, das sie mit ihm reden werde und das ich ihr ein paar Tage Zeit lassen sollte.

Wie zwei verbündete maschierten wir wieder aus dem Zimmer zu den anderen Geburtstagsgästen..... und ich fühlte mich auf einmal viel besser und konnte den Tag sogar geniessen.

Am folgenden Freitag rief mich mein Vater abends zu sich und meinte das meine Tante am telefon sei und mich sprechen wollte.Sie sagte mir das sie mit mir am nächsten Tag einkaufen gehen wolle und wir besprachen wann und wo wir uns treffen wollten ,da ich ja auch Sonnabends zur Schule mußte.

Es war das erste mal in meinem Leben das ich neue Sachen bekam. Einen Sommermantel in Lindgrün mit einem riesigen Knopf oben am Kragen.....ich sah aus wie Doris Day damit .Angeblich war das damals Todschick....aber ich kam mir etwas doof damit vor, verliess mich aber denn doch auf den guten Geschmack meiner Tante. Dazu kam Unterwäsche... richtige passende Unterwäsche und BH`s und Perlonstrumpfhosen und Schuhe,Blusen und Röcke ..... ich konnte es einfach nicht glauben...... und nicht nur das, sie sagte mir ,das sie im Herbst wieder mit mir los gegen würde. Alles , alles neu und nur für mich ...... ich kam mir vor wie im 7. Himmel.Meine Tante gab mir an einen Tag mehr als meine Mutter mir je in meinem Leben geben sollte. Und dabei meinte ich nicht die Sachen die ich bekam, sondern die Anerkennung, das Verständnis. Sie hörte mir zu ,sie verstand mich und vertraute mir und ich konnte mich ihr anvertrauen. Das machte mich sehr glücklich

Ich war meiner Tante so unendlich dankbar das sie sofort reagiert hatte.

Als wir zu Hause waren habe ich das meinem Vater alles gezeigt......man merkte das es ihm peinlich war, denn meine Tante hatte ihm ziemlich heftig die Meinung gegeigt.

Beim Abendbrot kam mein Vater dann mit noch einer Überraschung heraus. Ich sollte von nun an auch noch Taschengeld bekommen. 10 DM im Monat.

Ich konnte mein Glück kaum fassen.

Und ich beschloss mein Geld zu sparen so gut es ging, denn ich wollte zum Winter hin unbedingt so einen langen schwarzen Maximantel haben, die damals um die 100 DM kosteten.Und ich konnte nicht verlangen das meine tante alles für mich bezahlt. Ich wollte auch meinen Teil dazu beitragen.

Wenn ich mir denn zum Geburtstag im Oktober noch Geld wünsche könnte es klappen das ich mir zum Winter hin einen kaufen könnte. Wir schrieben das Jahr 1969 und ich wollte den Winter 69/70 warm überstehen, denn der vorherige Winter war eiskalt und grausam .        

Endlich hatte ich wieder Aufwind bekommen und ich spürte das ich sowas wie Selbstbewußtsein entwickelte. Stolz lief ich mit meinen neuen Sachen durch die Gegend. Ich hatte etwas worauf ich mich freuen konnte.Das Leben schien es doch gut mit mir zu meinen.

 

Pflichtwochenende  

Meine Mutter interessierte sich einen Dreck für mich. Nur meine Schwester rief an wenn es wieder zu den Pflichtwochenende kam an denen sie zu uns kommen sollte.

Laut Gericht musste sie jedes 2. Wochenende zu uns kommen und ich jedes 2. zu meiner Mutter. Immer im wechsel so das meine Schwester und ich normal jedes Wochenende zusammen waren.

Aber ich weigerte mich konsequent zu meiner Mutter zu gehen und meine Mutter verbot darum meiner Schwester zu uns zu kommen. Wobei weder mein Vater noch ich deswegen traurig waren. Es langte uns wenn meine Schwester ab und zu mal anrief und uns auf dem laufenden hielt.Als meine Schwester jedoch hörte das ich neu eingekleidet wurde stand sie vor der Tür und verlangte umgehend das gleiche Recht für sich.

Sie baute sich vor meinem Vater auf und schrie ihn an das sie auch seine Tochter sei und mindestens gensu so viel neue Sachen haben will wie ich sie bekommen habe.

Sie fragte nicht, sie redete nicht, sie schrie ,drohte ,tobte und forderte.

Mein Vater bewahrte die Ruhe. Seelenruhig stand er auf dem Flur vor ihr und ließ sie pöbeln. Ich sah sein leichtes grinsen in den Augenwinkeln. Ich kannte ihn und ich wußte das er sie jetzt voll auflaufen lassen würde. Und irgendwie freute es mich sogar.

Und sie gab keine Ruhe..... sie zeigte sich als voller Abklatsch ihrer Mutter, ungezügelt, dumm und gewalttätig.

Mein Vater schien langsam gelangweilt, er stand entspannt und verschränkte die Arme vor der Brust und schwieg mit einem leichten Lächeln um die Lippen. Ich glaube im innersten hat er sich über diese dumme Göre tod gelacht.

Meine Schwester merkte langsam das ihr aufsässiges Verhalten an ihm abprallte und sie begann nun wie ein gejagtes Huhn im kleinen Flur auf und ab zu rennen und dabei wild mit den Armen um sich zu rudern. Was sie noch lächerlicher und erbärmlicher erscheinen lies.

Als sie sich offenbar etwas beruhigt hatte fragte er sie seelenruhig ob er auch nun auch mal was sagen dürfe......

Da zeigte sie mit dem Finger auf ihn und fuchtelte damit vor seinen Augen rum als wenn sie ihm die ausstechen wollte   und meinte " Duuuu ??? Du hast mir gar nichts zu sagen, du darfst zahlen, mehr nicht" 

Man bedenke, sie war gerade 6 Wochen vorher 15 geworden.Und damals war die Jugend nicht so weit entwickelt wie heute. Man müßte das heute vielleicht vergleichen mit einer 11-12 Jährigen.

Mein Vater war nun leicht genervt und ließ die Arme runter fallen und ging wortlos in die Stube. Sie tänzelte frech um ihn rum und sang immer nur... "Geld her, Geld her, Geld her" 

Er setze sich auf seinen Platz und sagte zu ihr:"Du willst also auch eingekleidet werden wie deine grosse Schwester ?" Und du verlangst wirklich das Geld dafür von der Person die deine Schwester eingekleidet hat ?" 

Für die Antwort die meine Schwester benutzt hat ,hätte ich garantiert eine Ohrfeige bekommen.

Sie sagte doch tatsächlich..... "Maaaaan, mein Alter kapiert ja doch noch was...... ich dachte schon du bist voll Birne"

Ich habe mich so geschämt für dieses Luder. Die war so unverschämt.

Mein Vater griff zum Telefon und rief meine Tante an die mit mir einkaufen war und hat ihr brühwarm von dem Schauspiel erzählt das sich gerade bei uns abgespielt hatte.

Er sprach ruhig und sachlich, wie immer....... nur selten sah man bei ihm Emotionen.Man mußte ihn schon gut kennen und genau hin schauen um in seinem Gesicht etwas zu lesen.

Während des gespräches redete meine Schwester ständig dazwischen........ "laber laber laber... jaja, mach mich jetzt nur schlecht." und weitere Nettigkeiten.

Irgend wann meinte er zu ihr, das meine Tante nun mit ihr sprechen wollte.

Sie nahm den Höhrer begrüßte meine Tante patzig und lauschte ..... dann kamen Kommentare wie... spinnst du ? - bei dir hackt es ja wohl !!... und dann knallte sie den Hörer auf.

Danach drohte sie meinem Vater mit Kommentaren wie...das wirst du noch bereuen und meine Mutter wird dich verklagen ...... und schon rannte sie raus, knallte die Haustür zu und war weg.

Unten stand meine Mutter mit einem Auto ,woher auch immer sie das wieder hatte... eigenes oder geliehens oder eins von einem Gönner... keine Ahnung. Zumindest stand nun fest das es alles ein abgekatertes Spiel war. Denn normal sollte meine Schwester zum Pflichtwochenende bei uns bleiben. Warum also stand meine Mutter nach über einer Stunde immer noch vor der Tür ? 

Es stellte sich heraus ,das die Sachen die ich bekommen habe alle von meiner Tante bezahlt worden sind.Sie und ihr Mann verdienten genug und konnten es sich leisten .Aber das wußte ich damals nicht,habe es erst nach diesem Telefonat meiner Schwester mit meiner Tante erfahren. Ich bin davon aus gegangen ,das meine Tante das Geld dafür von meinem Vater bekommen hat.

Sie war bei einem grossen Wohnungsunternehmen die Chefsekretärin und ihr Mann war Richter. Ihr Mann war auch der beste Freund meines Vaters und der Halbbruder meiner Mutter. Durch ihn haben sich ja meine Eltern erst kennen gelernt.

Während sich die ganze Famile und alle Freunde sich von meiner Mutter und meiner Schwester abwendeten , hielt selbst die restliche Familie meiner Mutter zu uns.Das heisst in erster Linie zu meinem Vater. Denn mir Misstraute viele, denn ich war ja auch ein Kind dieser Frau und man sah dadurch eine ständige Gefahr in mir. Womit man mir immer und immer wieder Unrecht tat. Keiner sah , dass ich diese beiden ebenfalls abgrund tief hasste. Vieleicht sogar mehr als alle anderen. Und bei mir bestand nie die Gefahr das ich genauso werde wie die beiden. Ich hatte doch das lebende negative Bild ständig vor augen und wußte das ich nie so werden will. Aber das begriffen sie nicht oder sie zeigten es nicht.

Meine Tante hatte meiner Schwester angeboten auch mit ihr Kleidung kaufen zu gehen wenn sie nichts habe und um das zu kontrollieren wolle sich sich sofort davon überzeugen, sie wollte zu uns kommen, meine Schwester abholen und mit ihr nach Hause zu ihrer Mutter fahren um bei ihr den Kleiderschrank zu kontrollieren.

Es war vorhersehbar das meine Schwester so auf meine Tante reagieren würde, nun wußte ich auch woher er diese Ruhe nahm als sie auf dem Flur tobte und verstand sein Blitzen in den Augen .

Tja, sowas nennt man ...Voll aufgelaufen...... ich fand das gut.

Danach war erst einmal 4 Wochen ruhe. War das Herrlich. Leider rief sie dann wieder an. Sie wollte unbedingt das ich zum Geburtstag meiner Mutter komme. Sie wollte mir ihren Kolegen vorstellen, den sie in ihrer Ausbildungsstelle in einer Zoohandlung kennen gelernt hatte.

Mein Vater bestand nun auch noch drauf das ich hin ginge,da sie Geburtstag habe.

Angefressen sagte ich denn zu. Das bedeutete ich mußte mein angespartes Taschengeld für Geschenk und Blumen verwenden. Das wurmte mich ungemein.

Ich bekam nie etwas von ihr und nun mußte ich ausgerechnet mein erstes Taschengeld für sie verwenden. Mir blutete das Herz. 

Da meine Mutter gerade umgezogen war und nun einen kleinen Garten hatte, erwähnte sie öfters das sie gerne mal Gartenzwerge hätte. Und so schaute ich mich um um fand tatsächlich sehr günstige, grosse und süße Zwerge. Allerdings hätte ich ihr nur einen davon kaufen können. Denn ich sah eine Gruppe von 7 Zwergen ,ca 30 cm jeder gross und dazu ein Schneewittchen, fast 1m gross.

Ich beschloss ihr da einen von zu kaufen, das lag in meinem Budget und dadurch hatte ich die nächsten Jahre auch eine Geschenkidee. Denn mir wurde versichtert das diese Zwergenserie länger zu bekommen sei.

Da dadaurch mein Taschengeld aber aufgebraucht war blieb nichts für einen Blumenstrauss übrig. Darum bastelte ich einen aus Krepppapier selber. Eigentlich gefiel er mir so gut das ich ihn am liebsten selber behalten hätte.... aber ich mußte ja Blumen mitbringen, so gehörte es sich nun mal.

Mein Vater sagte immer....... gehe mit gutem Beispiel voran aber erwarte nicht das die anderen es auch machen.

Und so tat ich was man verlangte. Später war ich froh das ich es getan habe, wenn auch nicht gerade in diesem Fall,aber dadurch konnte man mir nie etwas vorwerfen. Ich habe mich immer korekt verhalten. Habe an die Geburtstage gedacht und Geschenke gebracht. Keinen Feiertag vergessen......Ich war ständig darauf bedacht alles so zu machen ,das ich keine Schande über meinen Vater und mich bringe.

Und so fuhr ich, bewaffnet mit dem Gartenzwerg und der selbst gebastelten Blume , zu meiner Mutter.

Unterwegs bekam ich Bauchschmerzen, wie immer, wenn ich wußte das ich sie sehen muß. Ich hatte eine so grosse Antipathie gegen sie entwickelt das ich immer wieder krank wurde. Ich hasste es wie sie lebte. Ihre Lügen und Intriegen machten mir zu schaffen. Und sie machte es nicht nur um mir oder meinem Vater zu schaden. Zu machte es bei allen, nur bei ihrer geliebten kleinen Tochter nicht. Denn die war ihre Verbündete und unterstützte sie oder war selbst die treibende Kraft. Die beiden ergänzten sich und trieben sich gegenseitig an. Eine gefährliche Mischung. 

Und nun stand ich vor der Tür und wäre am liebsten wieder weg gelaufen. Es dauerte eine Ewigkeit bis ich endlich klingelte. Meine Schwester öffnete und brüllte Richtung Stube "Mami, die doofe Kuh ist da"

Ich ignorierte das geflissentlich....... denn ich wußte das sie das ärgern wird. Ich wollte diese Gemeinheiten und Stänkereien nicht an mich ran lassen.Ich sah ja immer wie mein Vater drauf reagierte und sah ihre reaktionen dabei.Ich zeigte ihr offen, das sie mir damit nichts anhaben konnte. Und dachte bei mir...liebe ne dumme Kuh als so zu sein wie du.

Ich gratulierte meiner Mutter und gab ihr die Geschenke.....die gab sich nicht mal die Mühe die auszupacken. Eh ich mich versah standen diese, noch eingepackt auf dem Gabentisch neben all denn anderen bereits ausgepackten Geschenken.

Meine Schwester stellte mir nun die anderen Gäste vor. Da waren 2 Nachbarinnen die sehr nett schienen und ein Mann, der sich als ihr Arbeitskollege heraus stellte. Ich setzte mich zu ihnen und fühlte mich in der Gegenwart dieser Personen gleich wohl. Der Kolege allerdings schien mich mit den Augen zu fixieren... fast zu fressen...... das war mir etwas unangenehm.

Es war jetzt kurz nach 14 Uhr und die Kaffeetafel war gedeckt . Es gab wie immer gekauften Kuchen. Meine Mutter hat nie gebacken, sie konnte es nicht. Sie konnte auch nicht kochen, nicht mal Kaffee gelang ihr. Wenn dann konnte sie nur harte Eier kochen. Die Küche war nie ihr Reich.

Sie sagte immer, ihre Mutter habe es ihr nie beigebracht und wie sollte  sie es denn sonst lernen.Ihre Mutter verstarb als sie 2 jahre alt war, als sie 5 Jahre alt war, hat ihr Vater neu gehreitet und die Stiefmutter hat versucht ihr das bei zu bringen, denn die war Köchin. Aber sie wollte nicht lernen. Sie wollte immer nur ein schönes bequemes Leben,auf kosten anderer. 

Der Kuchen war tiefgefroren und sie hatte ihn gerade aus der Truhe geholt. Mikrowelle gab es damals noch nicht, also warten bis sie soweit auf getaut ist bis man sie essen konnte. Während dessen gab es Apfelkorn um sich die Wartezeit zu vertreiben. Selbst meine Schwester, gerade 15 geworden, trank den. Ich habe nichts getrunken, weil ich das nicht mag.Schon damals war ich kein Freund von Alkohol.Und erst recht nicht um diese Tageszeit.

Und zu allem übel haben die beiden auch noch geraucht......und der Kolege auch.

Während sich die Nachbarinnen wie ich, mit dem trinken zurück hielten, freuten sich die drei sich lautstark darüber das sie dadurch selber mehr zum trinken hatten.

Und wie immer wenn meine Mutter zu viel getrunken hatte fing sie an erst ihren Moralischen zu bekommen um dann schlagartig in agressionen umzuschlagen.

Es dauerte also nicht lange, viellecht knapp 2 Stunden als sie diesen Punkt erreicht hatte. Der Kuchen stand immer noch in der Küche zum tauen, die erste Flasche Apfelkorn wurde von den dreien bereits geleert , dazu gab es Bier oder Wein , währen wir , also die beiden Nachbarinnen und ich uns am Kaffee festhielten ,der inzwischen kalt war.

Ein paar Kekse halfen uns die Zeit bis zum Kuchen zu überstehen. Die Stimmung war, trotz des moralischen Heulanfalles meiner Mutter sehr heiter, denn wir lachten uns heimlich über sie aus. Es war sowas von billig was sie da abzog, das es selbst der dümmste durchschaut hätte. Und dann kam das was immer unweigerlich danach kommt. Wie aus heiterem Himmel wechselte ihre Stimmung in agressionen um. Sie haute mit der Faust auf den Tisch und schrie rum, das alle nur da seien um sich bei ihr durch zu fressen und keiner habe sie lieb  und bla bla bla bla....man kannte das schon von ihr, immer die selbe Leier......keiner nahm das wirklich noch zu Kenntnis.Und weil mir das einfach zu blöde war und ich das Thema wechseln wollte, fragte ich sie, was der Kuchen mache.

Auf einmal kam etwas wo ich nicht mit gerechnet hatte. Sie stand auf und schrie mich an " Du hast mein Leben verpfuscht, du bist Schuld daran das ich nicht das erreicht habe was ich wollte. Deinetwegen mußte ich diesen Versager heiraten und dann bist du nicht einmal ein Junge geworden !!!!" 

Geschockt habe ich zugehört...ich war sprachlos, bekam keinen Ton heraus und rang nach Luft.Ich bin aufgestanden und wollte einfach nur noch gehen. In dem Moment habe ich bereut zu kommen, ich habe geahnt das es wieder so endet. Warum habe ich nur nicht auf meinen Bauch gehört, warum ,verdammt noch mal habe ich mich wieder breit schlagen lassen.

Irgendwie habe ich es geschaft vom Sofa hoch zu kommen und über die beiden Nachbarinnen hinweg Richtung Stubentür zu kommen. Irgend jemand sagte etwas, aber ich habe es nicht wahr genommen. Irgend jemand hielt mich am Arm fest. Aber ich sah und hörte nichts mehr, ich wollte nur noch raus da. Ich hatte Panik.

Und dann bemerkte ich das der Kolege auch auf gestanden war. Er versuchte meine Mutter zu beruhigen, aber die hatte sich inzwischen zu einer Furie hoch geschaukelt. Immer wieder bat er darum das sie endlich ruhig sei. Die beiden Nachbarinnen beschlossen nun auch zu gehen. Als die eine das meiner Mutter sagte, ist sie total ausgerastet und hat den Kolegen beiseite geschubst und ist von hinten auf mich los gegangen und hat auf mich eingeprügelt.Ich hatte da nicht mit gerecht, stand gerade mit dem Rücken zu ihr um die Stubenür zu öffenen.

Sie hat mir die Schnapsflasche auf den Hinterkopf geschlagen ,ich hab es nicht gesehen ,konnte nicht ausweichen und bin durch den Schlag nach vorne geprallt und mit der Schläfe an den Türpfosten geknallt. Ich war ohnmächtig......

Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden,vor mir kniete der Kolege  und kühlte meine Stirn, die beiden Nachbarinnen hatten meine Mutter im Griff und meine Schwester saß stink besoffen und gackernd auf dem Sofa. 

Ich wollte nur noch raus da, nur noch weg da... wie von Sinnen bin ich hoch und wollte aus der Wohnung. In der Haustür blieb ich stehen, schaute noch einmal zurück, ich weiß nicht warum, vielleicht um mich zu verabschieden, vielleicht auch nur weil mir schwindelig war...... ich stand einen Moment da und sammelte mich, währen meine Mutter wieder zu schreien anfing. "Du Miststück hast mir mein Leben ruiniert. Wenn du nicht gekommen wärst hätte ich jetzt vielleicht einen Millionär kennen gelernt und wäre verheitatet " 

In dem Moment hatte ich meine Fassung wieder......und ich antwortete sehr Ruhig, verdammt Ruhig.... " Und wenn du dich damals nicht durch alle Betten gevögelt hättest , denn wäre ich nicht gekommen, ich habe nicht gebettelt gezeugt zu werden." Ich habe mich selber erschrocken über meine Worte. Es war als würde mir jemand sowas wie Erkenntnis einhauchen. Ich begriff meine eigenen Worte erst, als ich sie ausgesprochen hatte.

Kopfschüttelnd bin ich gegangen. Das war das erste mal das ich meiner Mutter Paroli geboten habe. Und das hatte gut getan.

Wie besoffen bin ich dann zur Bushaltestelle gegangen. Mir liefen die tränen runter, weil ich wütend war. Wütend über mich selber, weil ich da doch wieder hin gegangen bin. Und weil ich wahnsinnige Kopschmerzen hatte.

An der Bushaltestelle angekommen war ich nicht in der Lage weiter zu gehen, ich saß da und der erste und 2. Bus fuhr an mir vorbei. Es ging mir so schlecht das ich nicht einsteigen konnte.

Ich habe da gesessen, mit offenen Augen und mir liefen die Tränen runter und ich nahm nichts mehr um mich herum wahr.

Auf einmal spürte ich eine Hand auf meiner. Der Kolege saß neben mir. Er hatte sich Sorgen gemacht und ist mir nach gegangen. Er kümmerte sich um mich. Mein Schädel brummte und seine Fahne brachte mich zum erbrechen. Kalter Kaffee  und Butterkekse.... kein schöner Anblick.

Er redete lange mit mir...... zeigte sich besorgt. Das tat mir gut. Endlich einer der mit mir redet und versucht mich zu verstehen. Mich störte nur ,das es getrunken hatte. Langsam ging es mir besser, wenn nur der Schädel nicht so brummen würde.

Er bot mir an ,mich nach Hause zu begleiten. Ich sagte ihm das ich denn ärger bekommen würde und er erklärte mir das er bereits über den "Tyrannen" aufgeklärt wurde.

Ich war entsetzt und habe versucht ihn zu erklären was wirklich los ist.Aber ich hatte nicht mehr viel Zeit denn ich sollte um 18 Uhr wieder zu Hause sein und darum fuhren wir los und ich berichtete ihm unterwegs was wirklich Sache war.

Es bat mich um die Telefonnummer. Da ich aber keine Anrufe bekommen durfte war es besser wenn er sie nicht bekam, denn mein Vater hatte das Telefon in der Stube eingeschlossen wenn er weg war.

Ich sagte ihm deswegen wo ich in Ausbildung war und er wollte dann mit dem Firmenwagen hin kommen und mich abholen.

Aber ich wollte nicht, ich hatte Angst vor den Konsequenzen wenn mein Vater was davon mit bekam.

Am Zielbahnhof bat ich ihn, mich nicht weiter zu begleiten. Ich vergaß dabei das es ja eine leichtigkeit für ihn sei, alles heraus zu bekommen. Er brauchte ja nur meine Schwester zu fragen.

Aber auf die Idee kam ich in dem Moment nicht. Ich wollte nur noch alleine sein. Und so ging ich torkelnd vor Kopfschmerzen nach Hause.

Mein Vater bemerkte sofort das etwas nicht stimmte und unter Tränen berichtete ich ihm was passiert sei.

Und statt dann mit mir zureden, mich auf zu fangen, zu trösten und Verständnis zu zeigen ,schickte er mich in mein Zimmer und rief seinen Freund (meinen Onkel, den Richter ) an. Während er telefonierte ,mußte ich mich erneut übergeben. Er bekam das mit und fragte ob ich Alkohol getrunken hätte. Als ich es verneinte kam er zu mir und schnupperte ...... 

Er sagte meinem Onkel das ich gespuckt habe aber nichts getrunken. Daraufhin  sagte mein Onkel das sie gleich zu uns kommen würden. Und es dauerte keine 10 Minuten da waren alle 3 da, mein Onkel ,meine Tante und mein Cousen.

Mein Cousen studierte gerade Medizin und der fragte mich nun aus und meinte das ich wohl eine Gehirnerschütterung hätte und das ich dringend zum Arzt müsse. Da es ein Freitag war und es inzwischen schon 20 Uhr, war nichts mit Hausarzt. Und somit hieß es, das wir am Sonnabend ins Krankenhaus gehen wenn es mir bis dahin nicht besser geht. Und so kam es denn auch..... ich hatte tatsächlich eine Gehirnerschütterung. Aber ich wollte nicht im Krankenhaus bleiben. Mein Cousen versprach, sich um mich zu kümmern und unser Hausarzt hatte seine Praxis und Wohnung direkt neben an. Und so durfte ich zu Hause bleiben......Ich hatte noch gut eine Woche sehr arge Probleme .

Wir haben meine Mutter wegen Körperverletzung angezeigt. Leider kam da nichts nach, denn sie hat behauptet das nicht sie sondern der Kolege mich angeriffen hätte.  Leider hat der Kolege nie etwas davon erfahren, denn ich konnte ihn nicht benachrichtigen darüber weil ich nur seinen Vornamen kannte. Und da ich ihn nicht angezeigt habe weil er es ja nicht wahr, wurde er auch nicht vom Anwalt oder Polizei darüber informiert das meine Mutter ihm das in die Schuhe schieben wollte. Meine Schwester die ja mit ihm zusammen arbeitet wiederum ,wußte nichts von der Aussage meiner Mutter. Ich übrigens auch nicht. Denn die Polizei hat alles mit meinem Vater geklärt, denn ich war ja noch nicht Volljährig und er hat ,wie immer,nicht mit mir da drüber geredet.

Und so ist meine Mutter wieder damit durch gekommen.Ich bedauerte es nun sehr, das ich den Kollegen nicht erreichen nicht erreichen konnte. Er hätte nun wiederum eine Verläumdungsanzeige gegen meine Mutter machen können aber ich konnte ihn nicht erreichen.

Dazu hätte ich meine Schwester fragen müssen, aber nach diesem Vorfall wollte ich keinen Kontakt mehr in diese Richtung haben.

Es dauerte keine 4 Wochen als ein Brief vom Anwalt meiner Mutter kam in dem sie meinen Vater aufforderte mich zum Pflichtwochenende zu ihr zu schicken. Sie versuchte gar nicht erst anzurufen und zu klären, sie behauptete frech, das ich nicht gekommen sei. Dabei kam der Brief einen Tag vorm Pflichtwochenende. Ich sagte meinem Vater das ich nicht gehen würde. Er verstand mich , zumindest sagte er es aber er meinte er müsse trotzdem drauf bestehen ,das ich hin ginge. Ich sagte ihm unter Tränen das ich nicht gehen würde, selbst wenn er mich hin prügeln würde ,würde ich nicht gehen.Er rief daraufhin bei meiner Mutter an und wollte es ihr sagen, aber sie war wieder mal auf dem Swutsch mit irgend einem Rosenkavalier.Darum sagte mein Vater nur meiner Schwester das ich nicht kommen würde und das sie es ausrichten solle. Meine Schwester wollte mich danach sprechen und sie versuchte nun mich zu bezircen damit ich doch komme.Aber ich blieb stur. Am nächsten Tag rief meine Mutter bei uns an und verlangte das ich erscheine..... sie würde uns sonst die Hölle heiss machen...... meine Schwester redete mit mir und irgendwann sagte ich wieder zu. Denn ich wußte das mein Vater wieder mächtig Stress bekäme von meiner Mutter und das wollte ich nicht ,denn am ende war ich wieder die Leidtragende. Also machte ich mich sofort nach dem Telefonat auf den Weg zu meiner Mutter...... mit geballten Fäusten in der Tasche schwor ich mir, sollte sie mir wieder dumm kommen, werde ich zurück schlagen. Ich puschte mich während der 1 stündigen Bahnfahrt selber hoch.  Wild entschlossen mich nicht wieder so behandeln zu lassen klingelte ich bei ihr. Sie machte die Tür auf, nur einen Spalt...schaute mich abfällig von oben bis unten an und sagte nur,deine Schwester ist auf dem Weg in die Disco, wenn du dich beeilst holst du sie noch ein, sie ist da und da lang gegangen und die und die sind bei ihr. Die Jungs einer der Nachbarin waren also dabei. Ok, ich lief den genannten Weg also lang und als der Weg im Park über eine kleine Brücke führte sah ich die Gruppe da stehen.

Man lachte und rauchte. Kaum sah meine Schwester mich ,kam sie auf mich zu und bot mir ihre Zigarette an. Dabei wußte sie das ich nicht rauche. Mir viel auf das sie irgendwie komisch war,so voll aufgedreht....und dann sah ich das die  Zigarette nicht wie eine normale aus sah. Sie war selbst gedreht und gross und vorne dick und die Zigarette kreiste, alle zogen dran und hielten die Hände so seltsam davor. Mit einer dumpfen Ahnung fragte ich sie was das sei und sie sagte mir... ich zeige es dir  ,schau mal.... und bei den Worten zog sie eine Streichholzschachtel aus der Jackentasche. Da drinnen befand sich etwas in Staniolpapier eingewickelt. Sie öffnete es vorsichtig und ich sah sowas wie einen Maggiwürfel und wunderte mich. Was war das ? Was hatte das zu bedeuten. Die anderen lachten sich kaput über meine Naivität. Und denn raunzte sie mich an... " Du bist sowas von Hinterweltler, echt... das ich Hanf. EinJoint....wir kiffen... noch nie gehört ?? hab ich mir gedacht, du Unschuldslamm, bei dem Vater ja auch nicht anders zu erwarten"

Ich dachte ich höre nicht richtig.... meine Schwester nahm Drogen ? Hatte die keine Ahnung wie schlimm das ist ? 

Und als sie gerade dabei war das wieder ein zu packen, bat ich sie, mir das noch einmal zu zeigen. Und sie gab es mir mit dem Angebot das ich auch mal an der selbst gedrehten ziehen dürfte um es zu probieren.

Ich nahm die kleine Schachtel mit dem Inhalt und sagte ich wolle mir das mal bei Licht ansehen und deutete an zur Laterne gehen zu wollen. Aber statt zur Laterne ging ich zum Wasser und warf die Schachtel im hohen Bogen ins Wasser.

Das entsetzte Gesicht meiner Schwester war köstlich. Als sie begriffen hat was ich gemacht habe ging sie auf mich los. Aber ich hatte noch die angestaute Wut von der Hinfahrt in mir und konnte die nun berechtigt raus lassen.

Zum ersten mal in meinem Leben habe ich mich geprügelt. All meinen Frust hab ich raus gelassen. Bis sie gejammert hat das ich aufhören soll. Als sie aufstand hat sie mir gedroht das sie das ihrer Mutter sagen würde und die würde mich fertig machen, mich und meinen Vater. Und ich sagte ihr, OK, sag es ihr, ich werde es denn Herrn  XXX sagen. Dieser Herr war Polizist und hatte bereits mehrfach mit ihr und meiner Mutter zu tun und meine Mutter hatte versucht ihn anzubaggern. Er hatte immer versucht zu vermitteln wenn es Probleme gab, denn mein Vater hatte immer noch das Sorgerecht für uns beide und so waren wir durch den Herrn XXX immer auf den laufenden.

Ich sagte ihr das ich es machen würde wenn sie ihrer Mutter nicht die ganze Wahrheit sagen würde. Laut fluchend und heulen ist sie abgehauen und ich bin nach Hause gefahren. Meine schöne rote Strickjacke war kaput, meine Lippe blutete..... mein Handgelenk schmerzte, aber ich fühlte mich gut. Ich fühlte mich wie ein Pfadfinder der ein gutes Werk getan hatte.

Obwohl ich ein wenig Sorge hatte das meine Schwester bei meiner Mutter nicht sagt warum ich sie verprügelt habe.

Aber es kam nie was danach.Meine Mutter hat danach versucht mich erneut  zum Besuchswochenende zu zwingen. Mein Vater hat dann mit meinem Onkel zusammen (der ja Richter war) Gegenargumente angegeben mit den Berichten der letzten beiden Besuche. Und danach brauchte ich nie wieder hin. Das Gericht hatte ihr bei einem erneuten Versuch Schikane unterstellt und wir haben ihr eine Unterlassungsklage angedroht.

Meine Schwester rief ab und zu wieder an, einmal war auch der Kolege wieder bei ihr und der sprach mit mir am telefon. An dem Tag ergab es sich das mein Vater unterwegs war und so verabredeten wir uns bei mir vor der Tür. 

Meine Mutter fuhr ihn zu mir, meine Schwester war mit im Auto, wenn mein Vater gekommen wäre, hätte man gesagt das meine Schwester mit mir reden wollte.

Er gab mir seine Telefonnummer von seiner Mutter weil er da lebte und sagte mir ,wann ich ihn da erreichen könne.

Ich verspraches zu machen und lernte die Nummer schnell auswendig und vernichtete den Zettel, damit mein Vater ihn nicht findet.  

An einem Sonntag morgen, mein Vater duschte gerade, schlich ich mich in die Stube und rief ihn schnell an, wir verabredeten uns für den nächsten Tag.Er wollte  zur Schule kommen und dort draussen auf mich warten, wann wußte er nicht genau, er wollte zum Arzt und sich krank schreiben lassen und danach hin kommen.

Alles mußte sehr schnell gehen, ich hatte wahnsinniges Herzklopfen und ein schlechtes Gewissen weil ich mich heimlich in die Stube geschlichen hatte. Denn die war tabu wenn er nicht drinnen war.

Am nächsten Tag packte ich nur ein paar leichte Sachen in meine Schultasche und machte mich hübsch und fuhr dann aufgeregt zur Schule. Ich hatte keine Ahnung ob er wirklich kommt.Ständig schaute ich zum Fenster, konnte die Strasse aber nicht wirklich sehen. In den Pausen rannte ich zum Colaautomaten, der am Eingang stand und von dem aus ich unbemerkt die Strasse sehen konnte. Und tatsächlich, in der letzten Pause stand er da, ich hatte bereits die Hoffnung aufgegeben. Er sah mich und winkte mich zu sich... ich zeigte ihm das er noch einen moment warten solle... ich durfte die anderen nichts merken lassen, rannte nach oben in die Klasse als es klingelte, schnappte meine Tasche und geflickte Lieblingsjacke  ,rannte runter zum Lehrerzimmer und sagte meiner Lehrerin das es mir nicht gut geht und ich schnell los wolle um noch rechtzeitig zum Arzt zu kommen und weg war ich bevor sie was sagen konnte.

Draussen rannte ich einfach los, an ihm vorbei...weil ich nicht wußte ob man mir nachschaut .Ein ganzen Stück weiter zeigte ich ihm mit wilden Gesten das ich auf ihn warte und er ging zum LKW, stieg ein und kam zu mir hin gefahren und ich konnte einsteigen. Und nun ?? Was jetzt ? Wohin ?

 

Hochzeit ?

Wir fuhren eine Weile umher bis wir bemerkten das der Feierabendverkehr langsam einsetzte und ich ja langsam nach Hause musste damit mein Vater nichts merkte.

Ich war froh das da jemand war, der mir zuhörte, der Nachfragte und mich verstand. Zum ersten mal seit meiner Zeit im Kinderheim und dem Gespräch mit meiner Tante, habe ich das wieder erfahren. Endlich wurde ich wahr genommen, wurde nicht über mich hinweg bestimmt. Endlich konnte ich reden. Aber noch hatte ich Hemmungen, traute mich nicht, denn er kam ja mit meiner Schwester zusammen, er war Fahrer in der Firma in der sie lernte. Und ich wußte nicht ob ich ihm trauen kann.

Und so sprachen wir nur über den Tag an dem meine Mutter Geburtstag hatte. Ich hatte das Gefühl das er mich verstand ,das er hinter mir stand. Aber ich hatte nicht gelernt zu vertrauen. Ich hatte immer alles in mich hinein gefressen. Ich mußte erst lernen zu reden, denn das kannte ich bisher ja nicht. Um mich herum schwiegen alle bei Problemen. Du bist zu jung oder das ist nichts für deine Ohren oder, das verstehst du sowieso nicht. Immer wieder bekam ich das zu hören.

Wie sollte ich das auch verstehen wenn man mich nicht aufklärte. 

Mir wurde immer klarer das es so nicht weiter ging, ich mußte raus aus diesem Leben, aber wie ? 

Ich traf mich immer öfters mit dem Kolegen, ich begann die Schule zu schwänzen ,weil ich sonst keine Chance hatte ihn zu sehen. Ich liebte ihn nicht ,aber seine Gesellschaft tat mir gut.Eines Tages sind wir ins Restaurant gegangen... das erste mal in meinem Leben....mit fast 18... wir haben uns für Chinesisch entschieden.

Noch nie in meinem Leben habe ich vorher sowas gegessen. Und noch nie im Leben vorher habe ich mich so blamiert.

Die Kellner brachten eine Heizplatte und dann stellten sie eine kleine Schale mit Deckel nebenbei. Ich fragte den Kolegen was da drinnen sei und er meinte, es sei hier üblich, vor dem essen die Hände zu waschen, das sei ein Ritual, man tunke die Finger kurz in Wasser mit Zitrone das dort in der Schale mit Deckel sei und trocke sich dann die Finger in der Servierte ab. Während er das erklärte,schaute ich ihn an und griff dabei mutig nach dem Deckel, hob ihn etwas an und tunkte die andere Hand in das vermeintliche Wasser und schrie vor Schmerzen auf. Ich badete meine Finger im kochend heissen Reis. Und der klebte wir festgebrannt an meinen Fingern. Das tat höllisch weh. Und wieder überfiel mich das Gefühl, das ich keinem trauen kann. Der Kellner kam sofort um mir ein nasses kaltes Tuch zu geben und begann ,sich tausend mal bei mir zu entschuldigen. Mein Kolege stellte ihn zur Rede. Was das sollte, normal stünde dort die Wasserschale. Und immer noch verbeugte sich der Kellner wie ein Roboter und bat um Vergebung, er habe sich vertan und die Schalen vertauscht. Die Reisschale hätte auf den Plattenwärmer gehört und nicht daneben.

Als Entschädigung brauchten wir nur ein Menü zu bezahlen. 

Das heißt,der Kolege hat es bezahlt. Denn er hatte mich ja eingeladen. Danach musste ich schnell nach Hause weil mein Vater ja nichts merken sollte. Leider lag an dem Tag ein blauer Brief von der Schule im Briefkasten in dem meine Fehltage aufgeschrieben waren. So erfuhr mein Vater das ich öfters nicht da war. Ich sagte ihm nicht wo ich wirklich war, ich sagte ,ich hätte keine Lust zur Schule gehabt oder ich hatte Bauchschmerzen weil ich wohl meine Tage bekommen hatte. Wohl oder übel musste er das hinnehmen, denn er konnte mir nichts anderes nachweisen. Ich glaube trotzdem das man mir mein schlechtes gewissen an der Nasenspitze abklesen konnte.

Aber er merkte inzwischen auch das mit mir eine Veränderung vor ging... Anfänglich dachte er sicher das es wegen dem erlebten bei meiner Mutter zusammen hängt. 

Meine Mutter hat mich immer wieder versucht gegen meiner Vater aufzuhetzen.Sie vereitete gerpchte wie......Er würde mich wie eine Sklavin halten, ich würde wie eine Nonne leben, ich sei weltfremd und so weiter. Sicher, irgendwie hatte sie ein wenig recht, aber sie mußte auch mal die Gesammtsituation sehen.  Und das konnte sie nicht. Denn am Ende war sie doch Schuld das er so handelte.

Er hatte doch nur versucht mich vor ihr zu bewahren. Er hatte Angst das ich so werde wie sie und meine Schwester.

Aber die Zusammenhänge sah sie nicht und ich schon gar nicht. Ich war noch zu jung und unerfahren und konnte die gesammte Situation nicht einschätzen. Wie auch......mein Vater machte das immer nach dem Motto, was sie nicht weiß, macht sie nicht heiss.

Hätte er doch nur mal mit mir geredet, gefragt wie ich drüber denke, was ich möchte,denn wäre sicher vieles anders ,besser gelaufen.

Aber wie gesagt, ich war zu Naiv um das zu verstehen, war viel zu sehr mit dem "Überleben" beschäftigt, als mich auch noch mit der Situation um mich herum zu beschäftigen. Und wer sollte mich auch vestehen . Wer meine Mutter nicht kannte, konnte nicht glauben das es solche Menschen gibt. Und noch weniger konnte man verstehen ,das mein vater sich zwar selber über sie beschwerte, er aber nicht sah, das ich ebenfalls Leidtrangede bin. Er hatte sich mit meinem Onkel und meiner Tante verbündet. Aber wer war für mich da ? Ich hatte es beim Jugendamt versucht. Eine Fürsorgerin (heute nennt man das wohl Betreuerin) war bereit zum Gespräch. Und bereits in den ersten 5 Minuten war mir klar, das diese Frau mich nicht verstehen wollte. Wie sollte sie auch, hörte sich meine Geschichte doch nicht realistisch an. Ich bat sie inständig, sich meine Akte anzusehen, Nachbarn zu fragen.... sie lächelte und sagte nur....jaja, wir haben ja sonst nichts anders zu tun und schob mich aus dem Raum und gab mir noch ein paar gute Tips, von wegen... Mach was dein Vater verlangt und alles wird gut.

Ich weiß nicht wirklich was ich damals danach fühlte......aber ich glaube ich fing an die Schuld bei mir zu suchen.

Irgendwas schien mit mir nicht zu stimmen.... denn warum sonst würden mich alle so behandeln ?

Hatte meine Mutter doch recht ? War ich geistig behindert ? War ich nicht ganz dicht in der Birne wie sie immer zu sagen Pflegte . Irgendwas mußte es doch sein. Aber wie kam es dann, das ich die fast 3 Jahre im Heim so beliebt war, das ich in der Schule und in der Lehre überall dazu gehörte.Da gehörte ich dazu, war keine aussätzige, hatte keinen Streit. Hätte ich nur damals schon geahnt das meine Mutter und meine Schwester von weiter Hand geplant immer wieder versuchten mich unglaubwürdig zu machen. Mein Vater wußte nicht mehr wie er sich verhalten sollte. Er war so sehr von den Lügenmärchen geprägt das er sich nicht mehr traute mit mir zu reden. Und genau das machte alles nur noch schlimmer. Denn ich spürte seine Zurückhaltung und begann nun von mir aus auc, mich abzusondern.

Abnabeln kann man das nicht nennen, denn im Grunde genommen hatte ich mich längst von der Familie angenabelt.

Emotional hielt mich nichts mehr. Nur die Gesetzte zwangen mich noch, bei meinem Vater zu bleiben.

Aber der nette Kolege zeigte mir einen Weg, dem goldenen Käfig zu entfliehen.Ich ahnte nicht, das auch da meine Mutter ihre Finger im Spiel hatte.

Sie hatte erfahren das der Kolege ein Auge auf mich geworfen hatte und sie wußte, das ich ihn zwar nett fand aber mehr nicht. Sie animierte ihn immer wieder sich mit mir zu treffen und mitr die Freiheit schmackhaft zu machen.

Immer wieder traf ich mich mit ihm. An tage und in aller öffentlichkeit. Einen Platz für ein heimliches Date hatten wir nicht und das wollte ich auch nicht. Ich denke das ich in dem Punkt noch sehr weit zurück war.

Nähe und Geborgenheit, ja, das war OK......aber Intimitäten kamen für mich nicht in Frage. Auf keinen Fall. Fast meine gesammte Klasse hatte bereits einen Freund und ihre Erfahrungen gemacht. Für die war es normal. Aber ich wollte es nciht. Oh nein, am ende würde man viellecht noch sagen...sieh mal, die ist genauso Sexbesessen wie ihre Mutter. Oh nein, das wollte ich auf keinen Fall. Ich bin nicht wie meine Mutter und ich will nie so werden wie sie. Zu dem Zeitpunkt hatte meine Schwester bereits die dritte Abtreibung hinter sich. Was bis dahin zwar mein Vater, aber ich  noch nicht wußte. In meiner Klasse gab es ab und zu mal kleine Lästereien deswegen. Sie nannten mich die Nonne. Ich bekam riesen Ohren wenn sie über das Thema sprachen wurde aber gleichzeitig rot vor Scham. Ich konnte mir nicht vorstellen das Sex etwas schönes sein kann, wenn es doch gleichzeitig von allen so verteufelt wird und als unaständig hin gestellt wird. Mir war da noch nicht klar, das es bei meiner Mutter um was ganz anderes ging. Nicht das sie Sex hatte war das was man an ihr vertreufelte, sondern das sie alles ins Bett zerrte was ihr in die Finger bekam. Und hinterher ließ sie sich auch noch von den Typen aushalten. Auf so eine billige Art. Sie, die ach so arme kranke Frau.... sie könne ihr Auto nicht repaieren, sie sei doch nur eine arme dumme Frau... und die Männer machten. Und sie machten es nicht nur, sie bezahlten es auch. Und nicht nur das........ bei manchen dauerte es schon eine Weile bis sie merkten das sie nur ausgenutzt wurden. Einer hat sie nach der Scheidung von meinem Vater geheiratet. Und sie machte keinen hehl daraus, das sie nur an sein Geld wollte.Er war bereits Rentner ,arbeitete trotzdem noch, denn am Tage hielt er es nicht zu Hause bei ihr aus und sie schmiß das Geld zum Fenster raus.Er arbeitete Vollzeit, trug morgens vor der Arbeit noch in einem anderen Job Brötchen und Zeitung aus und nachmittags verteilte er das Wochenblatt und Werbung. Während sie zu hause saß und ein wenig Heimarbeit macht. Keine hausarbeit... sondern Heimarbeit. Sie mußte an die Kindermützen die Bommel annähen und dafür bekam sie zwischen 50 bis 150 DM im Monat.

Diese arbeit kostete jede Woche ca 4 - 5 Stunden Zeit. Mehr nicht. Aber die Hausarbeit konnte sie angeblich nicht machen weil sie ja so sehr mit der Heimarbeit zu schaffen hatte. Wenn ihr Mann spät abends nach hause kam, mußte der auch noch den haushalt machen, weil Madam ja so KO war.

Ich hatte zu der Zeit keinen Kontakt zu meiner Mutter und meiner Schwester. Von meinem Vater erfuhr ich ab und zu mal was die beiden so machten. Aber meißtens hörte ich es nur beiläufig wenn er mit meinem Onkel oder Tante telefonnierte.

Mir tat es gut, ich ging meinem Weg .... machte meine Ausbildung in der Kinderpflegerinnen Schule weiter und traf mich immer wieder mit dem Kolegen. Er war sehr hartnäckig und zeigte sich vonseiner besten Seite. Zumindest sah ich es damals so. Ich sah nicht seine dreckigen Fingernägel, seine durchgelatschten Schuhe. Seine gelben Finger vom Rauchen. Ich sah nur einen Menschen der da war wenn wir uns verabredet hatten. Jemand der zuhörte, der mich in den Arm nahm wenn ich weinen mußte. Jemand der mich tröstete wenn mir das Herz blutete. Das gab mir Kraft, die nächste Zeit zu überstehen.Denn ich mußte ständig befürchten das meine Mutter oder meine Schwester sich eine neue Gemeinheit ausdachten um uns zu quälen.

Eines Tages ergab es sich, das ich eine recht heftige Auseinandersetzung mit meinem Vater hatte. Er fragte mich sehr seltsam aus... ohne fakten zu nennen und ich merkte das wieder etwas im Busche war und wollte wissen worum es geht. Aber er meinte immer nur ,das es unwichtig sei und ich ihm gefälligst antworten solle. Aber gestärkt durch den Kolegen drängte ich darauf das mein vater endlich mit mir redet und mich aufklärt über das was los ist. Ich begann im Gespräch aufsässig zu werden weil ich mich erneut übergangen fühlte und wurde lauter. Irgendwann sagte ich, das ich von jetzt an nichts mehr sagen würde. Ich bloggte ... komplett, machte zu. Verschränkte die Arme vor der Brust und schaute demonstrativ und bockig nach unten. Mein vater stand auf und drohte mit dem Finger und dröhnte:" Ich habe Mittel und wege um dich zum reden zu bekommen" In dem Moment platzte in mir ein Knoten. Ich empfand auf einmal so etwas wie Wut. Das kannte ich bisher noch nicht. Ich sprang auf rannte hinaus und schrie laut,

" mach doch"

während ich hinter mir die Stubentür zuknallte. Ich lief in mein Zimmer und wollte mich gerade aufs Bett setzen als mein Vater hinter mir her gerannt kam und mir mitten ins Gesicht schlug. Wortlos drehte er sich danach um und ging in die Stube und schloss sich da ein. Mir war als hätte man mir das Herz am lebendigen Leibe heraus gerissen. 

Ich konnte nicht mehr weinen..... ich wollte nur noch Sterben. Mein ganzer Körper war nur noch ein Schmerz.

Mein Vater der mich damals immer vor meiner Mutter beschützt hatte wenn sie mich windelweich geschlagen hatte, ausgerechnet dieser Mann hat mich so hart geschlagen, das mir die Brille im hohen Bogen weg flog und ich Ohrenschmerzen hatte.Wie betäubt saß ich auf dem Bett, unfähig nur einen klaren Gedanken zu fassen.

Ich weiß nicht wie lange ich da gesessen habe, reglos..... mit offenen Augen und gelegentlich lief eine Träne über die Wange. Ich glaube ich habe in dem Moment darauf gewartet das das herz aufhört zu schlagen. So weh wie es getan hat, mußte es doch einfach aufhören. Aber es schlug weiter.... und tat weiter weh......während es draussen dunkel wurde.

Ich muß recht lange so gessen haben ,denn auf einmal ging das Licht im Zimmer an und mein Vater sagte mit eiskalter Stimme..... du wirst am Telefon verlangt.

Mein Onkel war dran... er wollte wissen was los ist. Ich fragte warum ich es wiederholen soll, er weiß es doch längst.

Aber mein Onkel war Richter und es lag ihm im Blut immer beide Seiten zu hören. Und so erzählte ich ihm ebenfalls was passiert sei. Und ich berichtete alles ... am ende fragte er ... "und was hast du zu ihm gesagt als du raus gegangen bist?

Ich wiederholte es und sagte auch das ich die Tür geknallt habe, denn ich bin davon ausgegangen das mein vater mich deswegen geschlagen hatte, denn es war ein Tür mit Glaseinsatz die bereits mehrfach durch meine Mutter zu bruch ging. Immer wieder fragte mich mein Onkel ob ich mir sicher sei, das ich das gesagt habe. Und immer wieder bestätigte ich es. Ich verstand nicht was das sollte, warum war das so wichtig, warum wurde ich deswegen geschlagen ? Ich fragte ihn was das alles soll, sagte ihm unter Tränen das ich die Welt nicht mehr verstand und er erwiederte nur... gib mir bitte noch mal deinen Vater.

Ich überreichte ihm den Telefonhörer während er mir anzeigte das ich die Stube wieder zu verlassen habe.

In meinem Zimmer angekommen warf ich mich aufs bett und begann hemmungslos zu heulen. Ich wußte nicht vor noch zurück. Jeder versuch meinerseit etwas zu klären und zu begreifen wurde im Keim von den anderen erstickt.

Einerseits verlangte man von mir das ich mich wie eine Erwachsene benehme, andererseits wurde ich wie ein dummes Kind behandelt. Ich kam damit einfach nicht klar. Jeder versuch mich zu verwirklichen wurde unterbunden.

Irgendwie bekam ich mit das mein vater wieder ins Zimmer kam. Er sagte nichts, schaute nur und ging wieder raus.

Ich denke er telefonierte weiter....... er konnte sich aussprechen ... und ich.... mir hörte höchstens mein Kissen zu.

Irgendwann musste ich aufs Klo und als ich in den Spiegel schaute sah ich die Fingerabdrücke meines Vaters in meinem Gesicht. Und erst jetzt viel mir auf ,das ich meine Brille nicht auf hatte. Als ich aus dem bad kam stand mein vater auf dem Fur, er wirkte betroffen.... aber das berührte mich nicht.

Er sah das ich meine Brille nicht auf hatte und fragte mich wo sie ist. Er müßte doch wissen das er sie mir von der Nase geschlagen hatte. Ich zuckte nur mit den Schultern, ich konnte nicht reden. Zu tief saß der Schmerz.

Er ging vor mir in mein Zimmer und suchte sie. Sie war verbogen und er richtete sie während ich mich wieder aufs Bett legte und mein Gesicht im Kissen vergrub.

Ich wollte abtauchen... weg...weit weit weg.......

Er legte mir die Brille auf den Nachttisch und sagte mir ,das ich bitte in die Stube kommen möchte wenn ich mich beruhigt habe und ging dann raus.

Ich konnte den abend nicht mehr mit ihm reden.... ich habe mich komplett angezogen in den Schlaf geweint.

Als ich wach wurde war es zu spät.... ich hatte verschlafen....... und als ich ins Bad ging und in den Spiegel schaute war mir klar, das ich so nicht zur Schule gehen konnte.

Darum rief ich bei dem Kolegen an. Seine Mutter war am telefon, eine sehr liebe Frau. Sie sagte mir das ihr Sohn zur Arbeit sei aber sie würde ihm gerne bescheid sagen wenn er sich meldet oder nach Hause kommt.

Ich habe ihr nichts gesagt von dem was bei mir los war. Ich wußte ja auch nicht in weit sie von ihrem Sohn etwas erfuhr.

Als es gut 2 Stunden später klingelte und er vor der Tür stand war ich dennoch sehr überrascht.

Seine Mutter hatte ihm berichtet das ich mich sehr bedrückt am Telefon angehört habe und das hatte ihn sofort in Alarm versetzt. Bereits als sie ihm sagte das ich angerufen habe war er alamiert .

Er bot mir an mich zu seiner Mutter zu bringen. Ich sagte sofort zu. Mir war inzwischen alles egal. Ich wollte nciht mehr wie eine Marionette behandelt werden. Ich wollte nicht mehr geschlagen werden. Ich hätte nie gedacht das mein Vater zu etwas fähig wäre. Ich habe jeglisches Vertrauen und jeden Respekt vor ihm verloren.

Ich wollte nur noch weg.....

Und so fuhren wir zu seiner Mutter und ich erfuhr, das seine Mutter eigentlich seine Oma war ,denn seine Mutter verstarb als er 2 Jahre alt war und die Oma hatte noch 2 weitere Kinder bekommen die nur etwas älter war als er. So kam es das das er mit seinem Onkel und seiner tante bei seiner Oma gross wurde als wären es Mutter, Bruder und Schwester. Ich lernte sie alle an diesem Tag kennen und spürte auf einmal sowas wie Familienbande. Sie waren alle so herzlich und offen.Aber ich spürte auch das der Kolege ein wenig das Sorgenkind war, oder auch das kleine schwarze Schaf. Und dennoch hielten alle zusammen. Und auch ich wurde sofort dort aufgenommen.

Und ich brauchte keine grossen Worte zu machen. Meine Spuren im Gesicht sprachen Bände. Und sie verstanden die Spuren zu deuten . Ohne Worte gaben sie mir zu verstehen ,das sie mich verstehen und das sie bereit sind mir zu helfen. Ich wäre am liebsten nie wieder da weg gegangen.

Aber ich mußte nach Hause. Und zum ersten mal hatte ich es nun auch ,das sich mir der Magen umdrehte als ich an meinen Vater dachte. Die Schwester vom Kolgen fuhr mich nach Hause, an der Ecke setzte sie mich ab. Ich schlich mich schnell von hinten durch den Keller ins haus, weil ich nicht wußte ob mein Vater schon auf dem nach Hauseweg war. Ich wollte ihm dann nicht auf der Strasse begegnen.

Unser haus hatte auch auf der Rückseite einen Eingang zu dem Man auchzu den Kellern kam. Ich bin im Nebenhaus durch den Hintereingang ins Haus und durch die Keller in unser Haus gegangen. Wie von taranten gestochen bin ich nach oben ,hab aufgeschlossen .... ein Glück, er war noch nicht da.

Bereits beim Schlüssel in die Wohnungstür einstecken habe ich es gemerkt, denn wenn mein Vater zu Hase war, steckte sein Schlüssel von innen und ich kam dann nicht mehr rein.

So schnell es ging zog ich meine Schuhe und Jacke aus und legte ein paar Schulbücher auf den Tisch und tat so als wenn ich Schularbeiten machte. Keine Sekunde zu früh...denn kaum hatte ich die Bücher auf geschlagen stand mein Vater im Flur. Mit klopfendem Herzen wartete ich was passiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

      Es wird in den kommenden Tagen weiter geschrieben.

 


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